Abschied vom Arbeitsleben (2) –
Der persönliche Abschied

Sie nähern sich dem Ende eines langen Berufslebens. Haben Sie Ihren letzten Arbeitstag schon vor Augen? Mit dem Berufsleben geht der längste Lebensabschnitt, den wir in der Regel erleben, zu Ende. Der letzte Arbeitstag ist würdig, auch entsprechend beendet zu werden. Fragen Sie sich, wie Sie ihn gestalten sollen?

Denn wie es schon im ersten Blog-Teil zum Thema „Abschied vom Arbeitsleben“ steht: Lesen Sie Ihr „Buch des Arbeitslebens“ bis zum Ende. Schlagen Sie es nicht mittendrin oder kurz vor dem Ende zu. Das gibt einen faden Beigeschmack und hängt Ihnen unter Umständen länger nach, als Sie sich jetzt vorstellen können.

Gestalten Sie Ihren Abschied für sich mit gebührender Anerkennung.

Mit dieser Handlung geht es auch um Ihre ganz persönliche Wertschätzung Ihrer erbrachten Leistung in den vergangen mindestens 35 Jahren.

In Zeiten, in denen wir solche Tage persönlich begehen können, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, Abschied zu feiern.

Eigentlich möchten Sie gerne die ganz große Party mit allen Kolleg*innen, die Ihnen in Ihrem langen Berufsleben über den Weg gelaufen sind, feiern? Ich habe schon Beschäftigte gesehen, die eigens für ihren Abschied einen riesig großen Besprechungsraum für den ganzen Tag reserviert haben und bereits ab 9.00 Uhr morgens erwartungsvoll dort verweilten. Hübsch dekoriert, das Buffet war aufgebaut, die Getränke kaltgestellt. Was sich nur schleppend einstellte, waren die Kollegen und Kolleginnen, die sich verabschieden wollten. Warum? Die meisten hatten kaum bis keine Zeit und huschten nur mal eben so vorbei, um schnell „tschüss“ zu sagen. Kaum eine*r hatte Zeit, länger zu verweilen, um auch in Erinnerungen zu schwelgen, wie das an solchen Tagen meist üblich ist. Das Buffet war selbst am Abend kaum angerührt. Umso bedrückter der Abschied nehmende Kollege, da er sich wenig wertgeschätzt fühlte. Was so schön gedacht war, endete bedrückend.

Oder einfach nur „herausschleichen“?

Weil Ihnen – aus welchen Gründen auch immer – gar nicht nach feiern ist? Hinausschleichen ist genau wie beim virtuellen Abschied die Lösung, die den faden Beigeschmack bringt. Das Buch, das nicht bis zum Schluss gelesen wird. Und vielleicht hält der Schluss ja noch eine Überraschung bereit!

Es muss ja auch nicht die ganz große Variante sein. Wie wäre es denn, wenn Sie sich überlegen,

  • welches Budget Sie zur Verfügung haben
  • mit wem Sie wirklich gerne Ihren Abschied feiern möchten
  • wo ein guter Platz dafür wäre (es muss ja nicht immer in den Räumen des Arbeitgebers sein)
  • bei wem eine nette Email zu Abschied auch ausreichen würde

Fazit

Vielleicht wird es dann nur eine Feier im kleinen Rahmen. Möglicherweise möchten Sie sich nur mit Menschen aus Ihrem Familien- und/oder Freundeskreis umgeben. Und sich bei allen anderen nur mit einer Mail verabschieden? Ja, auch das ist eine Variante. Aber es ist ein Abschied, ein Zeichen dafür, dass nun ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Der Mensch braucht Rituale: Abschied nehmen ist eines davon!